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Wir schreiben das Jahr 1991:
Die Deutsche Demokratische Republik ist Geschichte und mit ihr auch der
FDJ-Jugendklub in der Görlitzer Straße 5. Da sich der Jugendring zu dieser
Zeit um den Aufbau von Jugendhäusern bemühte, sollte dieses Haus wieder
nutzbar gemacht werden. Nach langwierigen Verhandlungen mit der Stadt
Weißwasser konnte der Jugendring schließlich erstmal mit seiner
Geschäftstelle in die Görlitzer Straße 5 einziehen.
Mit dem Einzug wurde dann
erstmal das Gebäude renoviert, um es schließlich am 06.02.1993 seinem
eigentlichen Zweck zu übergeben – als Jugendzentrum Weißwasser.
Im Frühjahr 1994 wurden
dann noch mal Gelder in das Jugendzentrum investiert. Unter tatkräftiger
Mithilfe von Jugendlichen wurden neue Fenster, eine neue Bar im
Veranstaltungsraum (max. 50 BesucherInnen), ein neuer Fußboden und eine
Discoecke eingebaut sowie der Sanitär- und Küchenbereich und die
Elektroanlage saniert. Nach der Wiedereröffnung am 19.03.1994 konnte
das Jugendzentrum seinen NutzerInnen dann endlich wieder als Treffpunkt zum
Spielen, Musik hören oder Quatschen zur Verfügung stehen.
Neben verschiedenen offenen
Angeboten gab es natürlich auch viel Spiel, Sport, Ferienaktionen,
Veranstaltungen, wie Konzerte, Kabarett und Discoabende usw.. Doch auch
Projekte gab es, so wie das Projekt „Mädchensache“ für Mädchen
ab 12 Jahre.

Im Jahr 1996 ist dann
viel passiert. Das Jugendzentrum Weißwasser schloss seine Pforten für
mehrere Monate, denn es wurde gebaut. Das Jugendcafé wurde um 50 m²
erweitert und 3 neue Büroräume sind entstanden. Für das vergrößerte und
erneuerte Haus wurde dann auch ein neuer Name gesucht: Das war die
Geburtsstunde des Jugendzentrums „W.C.B.“, das seine Arbeit dann „weltoffen,
chaotisch und
bombastisch“ unter dem Leitsatz „Vielfalt statt Einfalt“
wieder aufnahm.
Das ausgebaute Haus bot nun
endlich auch neue Möglichkeiten. Das Mädchenprojekt wurde fortgeführt und
1997 ein Medienprojekt gestartet. Eine hauseigene Band („O:C:B“) nutzte
die Räumlichkeiten für ihre Proben und auch die offenen Angebote, Konzerte,
Ferienfreizeiten und andere Veranstaltungen fanden weiterhin statt. In die
Planung verschiedener Veranstaltungen konnten die Jugendlichen verstärkt mit
einbezogen werden.

Mit dem Jahr 1998 wurden
die offenen Angebote in Selbstverantwortung übergeben. „MIT JUGENDLICHEN
– FÜR JUGENDLICHE“ war das Motto, das 12 Jugendlichen die Möglichkeit
gab, sich zu engagieren. Die Palette an Projekten konnte darüber hinaus auch
noch um ein Theaterprojekt und das Schülercafé erweitert werden.
Einem
ausgebauten Haus mit offenen Angeboten, thematischen Projekten, vielen
verschiedenen Veranstaltungen und Jugendlichen, die ein reges Engagement
zeigen, kann doch eigentlich nichts Schlimmes passieren oder? Doch, ein
geplanter Abriss des! Als 1999 der Bebauungsplan für das
Einkaufszentrum „Schnitter-Passage“ auf dem Gelände der ehemaligen
Schnitter-Brauerei vorgestellt wurde, trauten die MitarbeiterInnen und
Jugendlichen des W.C.B. ihren Augen nicht. Ihr Jugendzentrum sollte
Parkplätzen weichen. Das musste natürlich verhindert werden, weshalb auch
der Stadtrat den Jugendlichen Rede und Antwort stehen musste. Letztendlich
konnte das W.C.B. bestehen bleiben. Glück gehabt!
In den darauf folgenden Jahren
wurden die Jugendlichen und anderen Ehrenamtlichen immer mehr in die Planung
und Umsetzung der Angebote mit einbezogen („Jugendteam 99“). Im Juni 2000
fand dann auch das erste Mitternachtsfußballturnier in Weißwasser statt,
welches bis heute einmal monatlich unter dem Motto „Sport gegen Gewalt“ für
mehr Toleranz und gegen Fremdenfeindlichkeit stattfindet. Zu Beginn nur als
personelle Unterstützung mit dabei, übernahm das W.C.B. die Durchführung
dieser Veranstaltung dann ab Januar 2002.

Mit dem Jahr 2003 kam es
zu verschiedenen Veränderungen. Nach Auswertung der Sozialraumanalyse nahmen
ab dem 01.01.2003 die Jugendhilfeagenturen im NOL ihre Arbeit auf, eine
davon auch im W.C.B., weshalb die Arbeit der Jugendlichen und anderen
Ehrenamtlichen noch wichtiger wurde. Es entstanden ein regelmäßiger
Elterntreff (Kreativ und Frühstück) und der selbstverwaltete Jugendtreff. In
das W.C.B. zogen dann im Jahr 2004 auch noch die MitarbeiterInnen des
Allgemeinen Sozialen Dienst und der Jugendgerichtshilfe ein. Damit dies
möglich war, verlegte der Jugendring seine Geschäftsstelle in die Görlitzer
Straße 10. Doch das sollte nicht von Dauer sein…
In der Stadt Weißwasser wurden
2003 aufgrund der besonderen Problemlagen 2 Jugendhilfeagenturen
eingerichtet. Später, im Jahr 2005 wurde entschieden, dass nur noch
eine Jugendhilfeagentur nötig sei. Das bedeutete, dass eine
Jugendhilfeagentur geschlossen werden musste. Die Entscheidung fiel auf das
W.C.B., was bei vielen Fragen aufwarf. Letztendlich bedeutete dieser
Entschluss für das Jugendzentrum W.C.B., dass die beiden MitarbeiterInnen
und deren Personalförderung wegfielen. Der Weiterbetrieb konnte nur durch
das enorme Engagement der Ehrenamtlichen und Projektkosten- und
Nebenkostenzuschüsse der Stadt Weißwasser, dem Landratsamt und verschiedener
Sponsoren gesichert werden. An dieser Stelle noch mal ein riesiges
Dankeschön an all unsere UnterstützerInnen, ohne die es das W.C.B. die
kommenden 2 Jahre nur noch schwerer gehabt hätte.
Da das W.C.B. nun auch nicht
mehr nur für Kinder und Jugendliche, sondern im Besonderen auch für Familien
da sein wollte, wurde das „Jugendzentrum“ zum „Jugend- und Familientreff“
W.C.B. mit seinen verschiedenen
Angeboten,
wie ihr sie auch jetzt noch bei uns findet.

Ende des Jahres 2007 renovierten
die Ehrenamtlichen das Café des W.C.B. komplett in Eigenregie und seit
Anfang des Jahres 2008 kann auch wieder ein fest angestellter Mitarbeiter
begrüßt werden.
- THE FUTURE IS UNWRITTEN
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